Lieselotte  Löw

Lieselotte Löw wurde 1944 in Ebermergen geboren und ist seit vielen Jahren weit über ihrer Heimatgemeinde hinaus als "Heimatpoetin" bekannt. Mit dem Schreiben begann sie in den 60er Jahren. Zu Geburtstagen und ähnlichen Anlässen verfasste sie Gedichte in Mundart. Nach und nach kamen immer mehr Gedichte über Dinge des täglichen Lebens dazu. Immer in Mundart - und immer mit dem für "die Löw Lotte" so typischen Augenzwinkern.

Das Talent, so sagt sie, habe sie von ihrem Großvater väterlicherseits geerbt. Der habe in München kleine Theaterstücke geschrieben.

Inzwischen hat Lieselotte Löw drei Gedichtbände herausgegeben. Im Rahmen unseres LiteraturCafés am Marktplatz, das wir bei unserem ersten Harburger Kunstsommer anbieten, wird sie daraus vorlesen.

Hier ein Gedicht über Tage, die jeder von uns kennt:

 

Koi guater Tag

Zeit werds dass i a wenig verschnauf

Denn heit regt mi scho alles auf.

A jeds woart des isch fatal

Nervt mi heit ganz kollossal.

 

Gont mr nor an sotte Täg

Am beste glei außerm Weg

Beim Aufstanda gots do scho aa

Dass me selbst net leida ka.

 

Da ganza Tag got des so ahne

I ben grätig, i ben trane

Muater des und Muater das

Ond a jeder frogt mi was.

 

Von zmangscht bis obats wurd nor gschoara

Do packe me manchmal scho dr Zoara

Ma sott nor allweil sprenga, hudla

Neerva brauchsch wia broite Nudla.

 

Ond des wär i saga därfa

Zmol do reißat halt die Nerva

Denn alles hat amol sei Grenz

Des sen dia Täg wos heißt: Heit spennts.

 

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